Hotpixel und Bildrauschen…

An meinen Fotokursen und Fotoworkshops werde ich sehr häufig auf eine bestimmte Funktion bei den Kameras angesprochen. Beim Fotografieren mit Stativ und langen Verschlusszeiten sagen mir die Teilnehmer häufig, dass ihre Kamera extrem langsam sei und auf dem Display «in Arbeit» oder «in Verarbeitung» steht.
Nun liegt dies eben nicht daran, dass die Kamera langsam ist! Es liegt an einer Funktion, welche dazu dient, das Bildrauschen und die Hotpixel auf dem Bild zu reduzieren. Die Funktion nennt sich z.B bei Fujifilm NR. LANGZ. BELICHT. oder z.B bei Nikon Rauschunterdr. bei Langzeitbel.

Was genau macht diese Funktion nun und ist es sinnvoll diese eizuschalten?
Dazu werde ich Dir aber kurz erklären, was ein Hotpixel und Bildrauschen ist.

Hotpixel:
Auf dem Bildsensor sind Pixel (rot,grün,blau) angeordnet. Wenn nun einer dieser Pixel bei einer langen Belichtung und hoher Temperatur ein falsches Signal aussendet, entstehen auf dem Bild meist rote, aber auch grüne, blaue oder weisse Punkte. Diese fehlerhaften Pixel sind fertigungsbedingt. Diese Pixel liegen zwar immer an der gleichen Position auf dem Sensor, treten aber wegen der unterschiedlichen Temperatur bei nicht immer gleich auf.

Bildrauschen:
Dieser Begriff ist euch wahrscheinlich schon eher bekannt. Ich versuche dies ganz vereinfacht zu erklären. Bildrauschen entsteht dann, wenn der Bildsensor durch hohe ISO-Empfindlichkeit oder lange Verschlusszeiten warm wird. Durch die hohe Temperatur kann es nun passieren, dass Fehlinformationen von Pixel A zu Pixel B springen. Wenn nun also z.B ein grüner Pixel Fehlinformationen auf einen roten Pixel überträgt, kann es zu einem grünlichen Farbrauschen kommen.

Was macht nun diese Funktion «Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung», welche die Aufnahme so extrem verlängert?
Stellen wir uns vor, wir haben unsere Kamera auf einem Stativ aufgestellt und machen eine Belichtung mit 2 Minuten Verschlusszeit. Nach diesen 2 Minuten erstellt die Kamera ein «Darkframe», welches bei geschlossenem Verschluss aufgenommen wird. Dieses Bild zeichnet nun bei der gegebenen Temperatur alle Fehler wie Hotpixel und Bildrauschen auf. Die Informationen aus diesem Bild werden dann aus dem zuvor aufgezeichneten Bild herausgerechnet. Damit lässt sich das Bildrauschen und die Hotpixel auf dem Bild reduzieren.

bild_gross_hotpixel

Das tönt ja nun eigentlich ganz interessant! Ich nutze diese Funktion aber eigentlich nie.
Besonders in der Landschaftsfotografie ist es so, dass die Lichtsituation in 2 Minuten schnell ändern kann. So schalte ich diese Funktion aus. Es geht mir schlicht zu lange bis die Kamera das Darkframe aufgenommen hat. Bei meinem aktuellen Kameramodell Fujifilm GFX50s kann ich aber auch sagen, dass die Hotpixel relativ schwach zu sehen waren. Anders war dies früher bei der Nikon D810! Diese hatte bei längeren Verschlusszeiten ein wahres farbiges Feuerwerk an Hotpixeln gezeigt. Auch hält sich das Bildrauschen bei Verschlusszeiten bis ca. 2 Minuten bei aktuellen Kameras im Bereich, welchen ich durchaus tolerieren kann.

Wenn nun Hotpixel vorhanden sind, können die später in der Kamera durch ein Pixel-Mapping (wenn die Funktion vorhanden) oder auf dem Computer mit einer speziellen Software reduziert werden. Persönlich nutze ich in den seltenen Fällen, wo Hot-Pixel auf meinem Bild drauf sind den Filter der Nik-Collektion. Diese verringert die Hotpixel bereits deutlich.

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